Kuhstall in Bethlehem. Zwei Uhr morgens.

Bei einer Lesung im Gelegenheiten in Berlin-NK im Vorprogramm von Masterplan B an einem Karfreitag, muss man sich schon ein bisschen ins Zeug legen, damit die Sache den rechten ernsten Schwung erhält. Deshalb:

Mutter: Huch! Wer seid ihr?
1.König: Wir sind die heiligen drei Könige.
Mutter: Waas?
2.König: Wir sind drei Weise aus dem Morgenland.
Mutter: Und dann schleicht ihr morgens um zwei in einem Kuhstall herum, als hättet ihr nichts besseres zu tun? Was soll denn daran weise sein?
3.König: Wir sind Astrologen.
1.König: Wir kommen aus dem Osten
Mutter: Jungs, wollt ihr mich vielleicht verarschen?

Soweit ich gesehen habe, wurde beim Vortrag der Kuhstall-Szene aus „Das Leben des Brian“ nicht getanzt. Vielleicht hat der eine oder die andere mit dem Fuß gewippt. Konnte ich nicht erkennen, denn ich war auf den Text konzentriert, den ich in guter Marschallscher-Manier nicht auswendig konnte, weshalb meine Nase am Blatt klebte. Auch die Gedichte, die sonst vorzutragen pflege, gehen mir nicht glatt ins Hirn und verbleiben dort auch nicht für lange Zeit, weshalb ich immer einen Spickzettel vor mir liegen habe.

Das Tanzverbot wird in Berlin bekanntlich eher nicht ausgelegt. Anders natürlich in anderen Gegenden und ganz anders natürlich in jenen Gegenden, von denen man zurecht annimmt, dass man dort die Sache  ernsthaft auslegt Und weil ich die Ernstnehmer ernst nehme, hier die Rechtsgrundlage in Berlin, die Feiertagsschutz-Verordnung – FSchVO.