Lange Nacht der Subkultur

Lange Nacht der Subkultur im Periplaneta Verlag. Nach einem langen Tag habe ich mich durch die noch längere „Lange Nacht der Subkultur“ geschleppt. Und wie es sich für einen schleppenden Tag gehört, ereilte mich dessen Ende in einem Abschlepp-Schuppen im Prenzlauer Berg. Naja, Ende, immerhin musste ich noch Ewigkeiten durch die Stadt gondeln, um zum Schluss den letzten Kilometer latschen zu müssen. Als ich zu Hause war, war ich wieder nüchtern und hätte die „Lange Nacht der Subkultur“ wieder von vorne beginnen können. Nur Spaß.

Die „Lange Nacht“ war eine Lesung von Autoren der Periplaneta Edition Subkultur im Lesebühnen-Format. Das den Vorteil und den Nachteil der Kurzweiligkeit hat. Aber wir Autoren sind ja zum großen Teil Dienstleister des entspannungsbedürftigen Bürgertums. Irgendwo zwischen Masseur und Putze. Das geht schon klar. Ein Heuchler, der das Gegenteil behauptet.

Es lasen Christian Schmitz, Kristjan Knall und Philipp Baar. Alles gute Leute. Mädchen aus Berlin spielte Gitarre und sang schöne Lieder. Mir persönlich gefiel sie aber am besten an dem Abend. Ihr hingegen gefiel die Gage nicht. Ich, als Dienstleister im Niedriglohn-Bereich, bin nichts anderes gewohnt als Bezahlung unterhalt des Gebäudereiniger-Tarifs, der übrigens bei 10,56 Euro im Westen und 10,05 im Osten liegt. Sie offenbar schon.

Was soll man über den Abend noch sagen? Dies, Das, die Bude war voll, die Stimmung heiter, mein Kopf war leer, Mudn kaputt, Irritationen habe ich keine bemerkt. Ich habe stattdessen ein paar Bücher verkauft (Props gehen raus nach Neuruppin).

Zum Schluss sei noch der Hinweis auf kommende Veranstaltungen erlaubt: Am 30.10.19, ja, das ist ein Mittwoch, starten wir um 20:00, die Premierenlesung von „Tonatiuh oder Apokalypse in Pasewalk“. Ich darf dann hoffentlich sitzen. Irgendwie kann ich im Stehen nicht lesen. Das ist auch in der U-Bahn lästig. Und im Stehen mach ich auch nichts anderes als im Sitzen: vorlesen. Jedenfalls, gehen wir das diesmal aber ein bisschen ernsthafter an, also kein Sauflied, kein Mackie Messer oder Bass-Gedrön. Nein, Barock-Musik wird uns beim Weltuntergang begleiten. Ich denke, dass passt zum Anlass.

Also, kommt alle, am 30.10.19, um 20:00 ins Periplaneta Literatur-Cafe in die Bornholmer Str.81(A).