„Der Denunziant“ zu Gast bei Konzept: Feuerpudel

Konzept: Feuerpudel ist eine Berliner Lesebühne der besonderen Art. Hier liest der Pudel (Diether Kabow) und der Autor hört zu. Und wenn der Pudel fertig gelesen hat,  wählt das Publikum seinen Lieblingstext.  Und der oder die Ausgezeichnete bekommt eine während der Veranstaltung gezeichnete Illustration zum Geschenk und kann sich freuen.

Ich habe den Feuerpudel und so manchen holprigen Text in seiner güldenen Anfangszeit im Gelegenheiten in der Weserstrasse als Zuhörer und Biertrinker kennengelernt, dann aber aus den Augen verloren, als sie in andere Lokalitäten gewechselt sind. Aber jetzt bin ich selbst beim Pudel:

am 5.September 2018,  ab 19:30, Lettrétage, Mehringdamm 61, Kreuzberg

Und um hier meinen ersten großen Literaturpreis abzusahnen, bin ich natürlich auf Eure Unterstützung angewiesen. Also, macht mit bei der 1Stimme-1Schnaps-moderne-Wahlbestechung-Kampagne-2018! Jeder Schnaps zählt!

Die Lesung in Pankow geht seinen Gang. Und diesmal mit Torte am Fender Rhodes. Zumindest wenn wir das Ungetüm von der Stelle bewegen können und ein, zwei Leute das auch für eine gute Idee halten und das Ding rausrücken.  Ich bin mir auch gar nicht sicher was Opern-Torsten eigentlichen singen und spielen wird. Lieder, Balladen, Chansons, Arien? Hartes, Weiches? Einerlei – das gibt mir Zeit was zu trinken. Und das Gewinnspiel vorzubereiten – ja, keine Lesungen mehr ohne Gewinnspiel. Gewinnspiel schafft Aufmerksamkeit und Kundenbindung, jawohl. Hier und da wird auch gelesen und gelästert.

 

Buchpremiere „Der Denunziant in der Buchkönigin

Am Mittwoch ist die Buchpremiere in der Buchkönigin in Neukölln gelaufen. Und sie ist sehr gut gelaufen. Getrunken habe ich diesmal Rum-Cola und Zitronenwasser, dass könnte sich auch für zukünftige Lesungen als richtungsweisend herausstellen. 20 Leute, guter Sound, gute Stimmung, gute Lesung. Nur überlege ich ernsthaft im Blog eine Rubrik über Leute einzuführen, die dem erschlafften Dichter nach der Lesung auf die Eier gehen und dann keen Buch koofen.

Die Idee mit den musikalischen Zwischenspielen hat sich als brauchbar herausgestellt. Nach 10-15 Minuten Lesung ein bisschen Musik einzustreuen, damit sich die gemarterten Hirne etwas Ruhe und Erfrischung gönnen können, steigert doch ganz erheblich die Aufmerksamkeitsspanne. Denn nur ein waches Publikum ist ein gutes Publikum, gelle.

Naja, danach noch Mama-Bar und soweiter. Ein kleines Video ist in Arbeit, bis dahin ein paar verrauschte Foto-Impressionen. Jetzt freue ich mich auf den 30.3 und darauf mal wieder mit Roman und Pauli die Bühne zu teilen.

 

 

 

Am Montag habe ich die Ehre gehabt in Pankow im Zimmer 16 auf der dortigen Lesebühne mein Buch vorzustellen. Der Chefkritiker H. war auch dabei und füllte mir Schnaps um Schnaps ein. Er meinte ich sei nervös. Aber im entscheidenden Augenblick hatte ich dann von dem Schnapsgetrinke einen trockenen Mund. Und wo war das verdammte Wasserglas…? Nicht da! Der Chefkritiker H. hat jedenfalls noch die Kurve gekriegt, sodass ich als der Letzte des Abends auf die Bühne gestiegen bin. Die musikalische Einleitung war sicher für einige der Anwesenden etwas gewöhnungsbedürftig, aber die anschließende Diskussion engagiert und interessiert.  Gerne wieder. Dann hoffentlich mit Wasserglas. Hab ich jemals was gegen Wassergaslesungen gesagt? Ich glaube nicht.

 

Der Denunziant im Shakespeare and Company

Jeder, der bei einem kleinen Verlag veröffentlicht hat weiß es und der Rest der Menschheit ahnt es: die Büchertische der Buchhandlungen sind meist den „Großkopferten“ der Spiegel-Bestsellerliste vorbehalten. Umso mehr freut es mich, dass ich den Besitzer der Buchhandlung „Shakespeare and Company“ in Berlin-Wilmersdorf bequatschen konnte und er sich bequatschen ließ, mein Buch zwischen diejenigen der  Murikamis, Boyles und Kehlmanns zu legen.  Nicht ganz umsonst natürlich, denn im Tausch sozusagen habe ich „Die Verwandlung der Welt“ von Jürgen Osterhammel gekauft. Ein Ziegelstein von einem Buch.

Aber „Shakespeare and Company“ ist die Art Buchhandlung für die es sich lohnt sich vom Stuhl zu erheben und den „Kunden, die X gekauft haben, haben auch Y gekauft und Z auch und alles wieder zurückgeschickt“ Quatsch mal zu lassen, denn ich schwöre, dass derjenige, der ein Buch bei Shakespeare kauft, locker das danebenstehende auch kaufen würde, wenn er die Kohle hat.

Auch die Namensgeschichte hat Charme, weil der Name, wie sich es in der Literatur und den angeschlossenen Funkhäusern gehört, geklaut/entlehnt ist. Entlehnen gehört zum Handwerk, man muss nur von den Guten entlehnen, das macht den Unterschied.

Der Besitzer hat den Namen einer englischsprachigen Buchhandlung in Paris in der Zwischenkriegszeit entlehnt.  Die war Anlaufpunkt wichtiger Autoren wie D. H. Lawrence, Ernest Hemingway, Ezra Pound, T. S. Eliot, André Gide, Gertrude Stein u.a.. Sylvia Beach, Besitzerin des „Shakespeare and Company“ hatte auch das offenbar finanziell zweifelhafte Vergnügen James Joyces Roman Ulysses zu verlegen, nach dem der keinen Verlag für sein Werk finden konnte. So steht die Sache also um den größten Roman des 20 Jahrhunderts – keinen Verlag gefunden und eine  Buchhandlung fast ruiniert.

Hoffen wir, dass „Shakespeare and Company“ seine Gutmütigkeit dem Denunzianten gegenüber nicht bitter bezahlen muss.