Das erste Mal bin ich über die Band Herbst in Peking bzw. Rex Joswig durch dessen Sendung Grenzpunkt Null bei DT 64 gestolpert. Das muss Anfang, Mitte der neunziger Jahre gewesen sein. Ich erinnere mich, dass ich nicht mal die Radiosendung selbst verfolgte, sondern, dass wir die einzelnen Sendung von irgendwoher auf Kassette in unsere verqualmte Studentenbude in Jena gereicht bekommen haben. Von wem? Weiß ich nicht. Vielleicht von dem Menschen der wochenlang in Lobeda in unserer Badewanne geschlafen hat, ohne sich vorzustellen. Vielleicht war er  schon tot. Wer weiß? Ich denke, dass ich Herbst in Peking dann auch in Jena mal live gesehen habe, vielleicht, wie gesagt, es war sehr neblig im Osten zu der Zeit. Jedenfalls war die Joswigsche Mischung aus Lyrik, Prosa, elektronischen Sounds, Dub und Psychedelika aller Art einfach irre. Aber, ja…

Jedenfalls, Herbst in Peking im Ballhaus Berlin mit guten Freunden und jeder Menge gealtertem Ost-Publikum -damn, ich gehöre jetzt auch dazu. Der Meister trat als seine eigene Vorband (The Same) auf – so macht man das. Ganz anders aber überzeugend: Space Tigers. JazzRockPsychoPunkCoreFunk – sag ich mal. Scheinen auch viel in Berlin zu spielen. Und dann Herbst in Peking: Drums und Bass aus der Maschine, 2 Gitarren und Rex Joswig. Kurz, spielen eher neuere Sachen, keine Bakschischrepublik, aber dafür Movie stops tomorrow von 1990. Groß auch: „Es gibt keine Freiheit“ eine Interpretation eines Gedichts von Bert Papenfuß, Poet und ehemaliger Betreiber des Kaffee Burger. Die Gitarren formen wirklich schöne Wände durch die man auf Joswigs geleierten Gesang hören kann. Die Veranstaltung hat was von einem Familientreffen, Familientreffen Prenzlauer Berg, bevor sie es unter sich aufgeteilt haben. Durchaus sentimentale Gefühle -ich werd´alt.

Na, kommt schon, wenn man schon mal ne Hymne schreibt: